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Technik: Schutz vor Diebstahl

 

Wurden im Jahr 1993 noch mehr als 140.000 Autos gestohlen, verringerte sich deren Zahl auf weniger als die Hälfte im Jahr 2000. Der Grund dafür: Die elektronische Wegfahrsperre. Mit dem wirksamsten technischen Schutz gegen Autodiebstähle sind seit Anfang 1995 alle Neuwagen ausgerüstet. Bisher wurde noch kein Fall bekannt, indem die Sperre durch technische Tricks überwunden wurde. Wurden dennoch nach 1995 gebaute Autos geklaut, war zu 44 Prozent der Originalschlüssel im Spiel. Die Diebe hatten ihn geklaut oder es lag Betrug vor.

 

Neben dieser Standardausrüstung bieten Auto- und Zubehörhersteller noch weitere Produkte an, die den "Automardern" die Arbeit erschweren. Vor allem für Wagen der oberen Mittelklasse und Oberklasse ist eine Alarmanlage fast schon Standard - kostet aber trotzdem extra. Bei Preisen von mehr als 25.000 Euro fallen 350 bis 400 Euro für eine Alarmanlage aber nicht wirklich ins Gewicht. Teurer ist oftmals die Nachrüstung vom Fachhändler.

 

Autoalarmanlagen melden das Öffnen der Türen oder des Kofferraums. Außerdem machen sie dank Glasbruch- und Bewegungssensoren ebenso auf den Diebstahlversuch bemerkbar (durch Hupe, Lichthupe und Warnblinker), wenn in den Innenraum gegriffen wird. Der Neigungssensor bemerkt sogar, wenn gar nicht am Auto herumgefummelt und der Wagen als ganzes mitgenommen werden soll, wo ihn dann die Diebe in Ruhe zu Hause knacken wollen.

 

Die meisten großen Hersteller bieten außerdem seit 1999 das Dead-Lock-System an: Ist die Zentralverriegelung aktiviert, folgt eine weitere mechanische Verriegelung, die das Öffnen der Tür ohne Schlüssel unmöglich macht. Nicht nur der Einstieg in das Auto, auch der Ausstieg ist nur durchs Fenster möglich - nicht ganz unauffällig für den Dieb...

 

Eine kostengünstige und schnelle Angelegenheit ist die Codierung der gesamten Autoscheiben. Individuelle Kennziffern werden vom Fachmann eingeprägt, das Fahrzeug ist eindeutig zu identifizieren, fällt bei Kontrollen auf und ist nur schwer illegal weiterzuverkaufen.

Eine Codierung des gesamten Wagens ist schon für weniger als fünf Euro zu haben.

 

Auch andere Teile - vor allem das Autoradio - lassen sich kennzeichnen. Erster Schritt ist immer, den Autoradiopass auszufüllen und sicher aufzuheben. Weitere Möglichkeiten, die oft nicht ganz billige Musikanlage des Autos für Diebe wertlos zu machen: Der Fahrer nimmt das komplette Radio (Quickout) oder das Bedienungsteil mit oder muss vor dem Einschalten eine Codekarte einschieben und/oder eine PIN eintippen. Wichtig bei diesen Systemen: Denken Sie immer daran, z.B. die Karte mitzunehmen. Einmal vergessen - und schon hatte der Dieb Glück, Sie aber Pech!

 

 

Bisher nur in wenigen Modellen der Luxusklasse, z.B. im neuen 7er BMW, ist das Öffnen der Tür ohne Schlüssel möglich. Dieses System, keyless entry genannt, ist nicht nur komfortabel, weil es das lästige Herausholen des Schlüssels aus der Tasche unnötig macht; der Fahrer muss nur eine Chipkarte bei sich tragen, die per Signal die Tür öffnen lässt und auch den Zündschlüssel ersetzt. Den Wagen startet der Fahrer mit einem Druckknopf. Auch Diebe haben so keine Chance, das Auto kurzzuschließen.

 

Sollte das Auto doch einmal gestohlen worden sein, war ein Auffinden - vor allem von Luxuslimousinen - bisher nahezu chancenlos. Sie wurden meist nach Osteuropa verbracht und dort weiter verkauft. Ändern soll sich das durch satellitengestützte Ortungs- und Wiederauffindungssysteme. Zur Zeit konkurrieren miteinander verschiedene Systeme. Dies geht von der reinen Ortung des Autos per GPS (global positioning system) über ein ferngesteuertes Ausschalten des Motors bis zum Wiederauffinden des Autos innerhalb von zwei Stunden nach dem Diebstahl dank eines im Auto versteckten Funksenders. Sämtliche Systeme haben Vor- und Nachteile und sind bisher bis auf GPS, das ja nicht nur dem reinen Diebstahlschutz dient, kaum verkauft.

Fotos: Carglass/Daimler Chrysler

 

 

 

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